Kategorien
geistige Gefährdungen

[gG:] Knäste töten! Ferhat Mayouf wurde vom Knast Moabit ermordet.

english below / calls in other languages we will published soon on our blog : https://criminalsforfreedom.noblogs.org/

Rassismus tötet!

Am 23. 07.20 wurde Ferhat Mayouf durch den Knast Moabit ermordet. Er kam aus Algerien, war 38 Jahre alt, Person of Color und saß im Untersuchungsknast. Am 23.07 brannte es in seiner Zelle. Obwohl Schliesser*innen während des Brandes vor seiner Zelle standen und er fünf Minuten lang „Hilfe“ und „Feuer“ schrie, öffneten sie die Zellentür nicht. Jetzt sprechen sie von Suizid.

Es war Mord!

Der Brand wurde von Gefangenen als auch Schliesser*innen frühzeitig wahrgenommen. Aber anstatt die Zellentür sofort zu öffnen, „berieten sich die Beamten über fünf Minuten lang vor seiner Zelle, wie man nun taktisch vorgehen müsse“, so ein Gefangener aus Moabit.

Dieser berichtete ebenfalls, dass Ferhat in seiner Haftzeit von Wärter*innen verprügelt worden ist. Auch der Bruder von Ferhat spricht von „Folterungen im Knast, z.B. durch Tritte“.

Knäste maskieren Morde als angeblichen „Suizid“

Morde wie der an Ferhat Mayouf sind keine Einzelfälle. Immer wieder sterben Gefangene, vor allem People of Color und Schwarze Menschen in den Knästen. Anschließend wird meist reflexartig von Suizid gesprochen und die Verantwortung des Knastes zurückgewiesen. So auch in Ferhats Fall.

Rassismus, rassistische Polizei- und Justizgewalt und Unterdrückung sind keine Phänomene, welche ausschließlich vor den Knasttoren zu finden sind, im Gegenteil. In Knästen sind die Verhältnisse im Vergleich zu draußen sogar verschärfter. Nicht nur rassistische Justizangestellte sind Teil des „Normalzustandes“ im Knast. Das Knastsystem befördert durch seine gesamte Struktur Rassismus, Klassismus, Ausbeutung und Unterdrückung.

Ferhat wurde im Knast gefoltert, war den generellen Gewaltmechanismen ausgesetzt und Person of Color – was seine Haftbedingungen unter rassistischen Justizangestellten zusätzlich erschwerte. Während seine Zelle brannte und er um Hilfe schrie, unternahmen die Schliesser*innen nichts. Unter diesen Umständen von Suizid zu sprechen, ist einfach nur widerlich.

Es gibt keinen Selbstmord im Knast!

Knäste isolieren die Menschen von der Gesellschaft, sie machen die Gefangenen regelrecht kaputt, sie foltern und töten. Unter Knastumständen kann niemals von sogenannten Selbstmord die Rede sein. Ferhat wurde zusätzlich Hilfe verwehrt, obwohl er danach schrie.

Diese Umstände dürfen weder verschwiegen, noch vergessen werden. Deswegen werden wir am 29.08.20 auf die Straßen gehen, um dagegen zu demonstrieren, Ferhat Mayouf und allen anderen Ermordeten zu gedenken und uns an die Seite all jener zu stellen, die gefangen gehalten werden.

Kommt um 19:00 Uhr zum U-Bahnhof Turmstraße, Ausgang Turmstraße! Lasst uns gemeinsam zum Knast Moabit laufen und unserer Wut Ausdruck verleihen! Für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Knäste!

english:

Prisons Kills! Ferhat Mayouf was murdered by the prison in Moabit.

Racism kills!

On the 23.07.20 Ferhat Mayouf was murderer by the prison in Moabit. He was from Algeria, 38 years old, Person of Color and in pretrial-detention. On the 23.07 there was a fire in his cell. Even though there where guards infront of his cell while he was screaming „help“ and „fire“, they didn‘t open the door. Now they talk about suicide.

It was murder!

The fire was noticed by guards and inmates very early. But instead of opening the cell door immediately, „the officers consulted outside his cell for over five minutes on how to proceed tactically,“ said a prisoner from Moabit.

He also reported, thet Ferhat had been beaten up by guards during his imprisonment. Also Ferhats brother speaks about „torture in jail, i.e. with kicks“.

Prisons try to hide murder as „suicides“

Murders like Ferhat Mayoufs are no isolated cases. People of Color and black people die in prison again and again. Afterwards there is usually a reflex like talk about suicide and the responsibility of the prison is rejected. This is also the case with Ferhat.

Racism, racist police and judicial violence and oppression are not phenomena that can only be found outside the prison gates, on the contrary. In prisons the conditions are even worse than outside. Not only racist workers in jail are part of the „normal status“. The prison system itself reproduces throughout his whole structure racism, classism, explotation and opression.

Ferhat was tortured in jail, had to deal with the generall violent mechanisms in prison and a Person of Color – wich made the prison conditions, taking into account racist guards, even harder. While his cell was burning and he was screaming for help, the guards did nothing. To talk about suicide under these conditions is just disgusting.

There is no suicide in jail!

Prisons isolate people from society, they literally break the prisoners, torture and kill them. Under prison circumstances one can never speak of so-called suicide. Ferhat was denied help even though he screamed for it.

These circumstances must neither be concealed nor forgotten. Thats why we want to go out onto the streets on the 29.08. to demonstrate against forgetting, to remember Ferhat Mayouf and all the others that have been murdered and stand aside with those who are beeng held captured.

Come to U-Bahnhof Turmstraße at 19:00, at the exit Turmstraße! Let us walk together to Moabit prison and express our anger! For a society without exploitation, oppression and jails!

Read More