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geistige Gefährdungen

[gG:] [DD] Hallo liebes Hecht!

Hallo liebes Hecht!

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, gab es am Dienstag Abend eine Spontan-Demonstration, wegen der Räumung der von Jugendlichen besetzten Schanzenstrasse 3 und anderen drohenden Rauswürfen (Rudolf-Leonhard-Strasse 1) und Mieterhöhungen (fast alle) hier im Kiez. Wir waren Teil dieser Demo und wollen ein paar Worte zu den Angriffen auf die beiden Neubauten am Bischofsplatz verlieren.

Schon jetzt haben diese Gebäude das Viertel nachhaltig verändert, erinnert sei hier an das Hechtgrün, welches dafür weichen musste und nun ein ganzes Stück weniger Sonne abbekommt.

Wir wollten bei den Angriffen ganz sicher nicht “das Hechtviertel verwüsten” (Tag24 Dresden), sondern haben die Neubauten ausgewählt, da sie ein Zeichen für die jetzige und drohende Verdrängung darstellen. Unser Angriff richtetete sich nicht gegen die Bewohner*innen der Häuser, sondern viel mehr gegen die Firmen die sie besitzen und zukünftige Investor*innen, welche sich im Hecht ihren Profit versprechen auf dem Rücken Aller die hier wohnen. Auch wenn das martialische Auftreten erstmal anderes vermuten lässt: die Maskierung und unser Aussehen sind dabei kein Selbstzweck und auch keine Show, sondern dienen dem Schutz vor Repression.

Sowohl die Häuser der Firma AOC an der Fritz-Reuter-Strasse 1, Conradstrasse 2, als auch das Haus der Firma Richert und Oertel am Bischofsplatz bieten ihre Wohnungen zu Preisen an, die teilweise deutlich über dem Mietspiegel des Hecht liegen. So zum Beispiel die 3-Raum-Wohnung an der Fritz-Reuter-Strasse 1 für knappe 1100 Euro kalt. Doch wir wollen nicht bewerten, welche Preise denn nun “fair” wären oder dem Hecht angemessen. Uns geht es um das Grundrecht auf Wohnen. Ein Grundrecht, welches bedingungslos sein sollte. Mieten generell sind das Problem, wenn sie über Instandhaltungs- und Modernisierungskosten hinausgehen. Doch selbst mit solchen Abgaben betreiben Firmen wie Vonovia Gewinnmaximierung auf dem Rücken ihrer Mieter*innen. Fast jede*r kennt die hohe Betriebskostenabrechnung pünktlich einmal im Jahr. Weswegen auch eines ihrer Firmenautos angegangen wurde. Unseres Wissens nach gab es keine Angriffe auf die Feuerwehr beim Löscheinsatz, wie die DNN behauptet. Falls doch, finden wir das jedoch nicht gut. Doch bei so einer Demo kommen eben viele Leute mit unterschiedlichen Ideen zusammen.

Wir wollen die Farb- und Steinwürfe gegen die nicht bewohnten Etagen als Zeichen der Wut gegen die jetzige und kommende Verdrängung verstanden wissen und bunte Wände haben ohnehin noch nie geschadet. Sie zeugen viel mehr von einem lebendigen, rebellischen Viertel. Vielleicht wollt ihr Teil dessen werden oder seid es schon. Sowohl ihr als auch wir werden unter den hohen Mieten leiden.

Weder Mietpreisbremse noch ständige Angriffe werden das Problem auf Dauer lösen.

Es gilt gemeinsam daf***ür zu kämpfen, dass die Häuser denen gehören, die drin wohnen!*

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