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geistige Gefährdungen

[gG:] Staat und Antifa. Über käufliche Liebe

Die privatisierte Faust des Tiefen Staates radikalisiert sich immer mehr, je weniger Anhänger sie noch hat.

Vor kurzem konnte man in einer hessischen Universitätsstadt auf Häuserwänden ein Graffiti in blauer Schrift lesen: „Danni Verteidigen!“ Nun fragt sich da der Normalbürger natürlich, welcher Danni oder Daniel hier verteidigt werden soll. Dann dämmert es dem nicht ganz Uneingeweihten: Hambacher Forst wurde ja zum „Hambi“ verkürzt zwecks besserer Einprägsamkeit. Dann könnte hier wohl der gerade niedergemetzelte Dannenröder Forst in Mittelhessen gemeint sein als „Danni“. Das wurde mit ängstlicher Klaue im Stadtgebiet gesprüht. Die Verteidigung der altehrwürdigen Buchenwälder ist ein absolut unterstützenswertes Anliegen, das in der Bevölkerung breite Akzeptanz findet. Daran ändert auch nichts, dass die Autolobby eine Handvoll Darsteller als Gegendemonstranten angeheuert hat.

Noch in derselben Nacht, als die Freunde der Danni-Buchen ihre Graffiti in großer Verzweiflung sprühten, wurden lichtscheuere Gegendemonstranten aus dem Bett geklingelt mit dem Auftrag, die Danni-Freunde in Verruf zu bringen. Sie belehren mit ihrem Gegen-Graffito am gleichen Ort die Dannis, diesmal in schwarzer Farbe (blau war wohl nicht so schnell aufzutreiben): „Gewaltlosigkeit führt zu Waldlosigkeit!“ Um alle Zweifel an der Urheberschaft der Danni-Feinde auszuräumen, fanden sich an anderen Orten Schmierereien mit dem Text „Black Lives Matter“. Die Diskussionen im Dannenröder Widerstandscamp sind mir nicht bekannt. Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit sind mittlerweile auch dort Leute eingesickert, die die Abkehr von der Gewaltlosigkeit fordern und zu Terrorakten auffordern.

There is nothing new under the sun, pflegt der Engländer zu sagen. Nichts ist neu unter der Sonne. Auch nicht die immer wieder auftauchenden Provokateure. Immer dann, wenn eine neue, nicht eingerahmte Massenbewegung echte Opposition praktiziert und aus den alten Gleisen aussteigt, um eine fundamental neue Welt zu entwerfen, kommen die Dunkelmänner. Der überwältigende Erfolg des Bürgerrechtsmarsches in den USA 1963, der weltweite Aufstand der Studenten im Jahre 1968, die Entwicklung der Alternativkultur: all das schockierte die Eliten. Der US-Geheimdienst CIA entwickelte zum Schutz der alten Militaristenclique eine buchstäblich todsichere Gegenstrategie: das Counterintelligence Program, oder abgekürzt: COINTELPRO. Das CIA-Maßnahmenpaket enthält schlicht alle Elemente, denen sich auch die heutige Bürgerrechtsbewegung ausgesetzt sieht. Dazu gehören: Ausspionierung und Einschüchterung der Aktivisten; Unterwanderung.

Und der entsprechende Artikel in Wikipedia über COINTELPRO bringt es schön auf den Punkt: „Psychoterror von außen: Mittels falscher Anschuldigungen in den Medien, gefälschter Briefe, anonymer Denunziationen etc. wurde versucht, Arbeitsverhältnisse und persönliche Beziehungen von bestimmten Personen zu zerstören.“

Passt genau auf die Gegenwart! Ich kenne allein fünf Personen, die ihre Anstellung wegen Corona-oppositioneller Haltung verloren haben. Weiterhin im Maßnahmenkatalog der Geheimdienste: Kriminalisierung der Oppositionellen durch gefälschte Dokumente. Schließlich die Ausübung blanker Gewalt zur Einschüchterung Andersdenkender. Das Portal Wikipedia beschreibt diese Techniken in der Vergangenheitsform. Tatsächlich hatte ein Kongressuntersuchungsausschuss in Washington diese Maßnahmen enttarnt und für illegal erklärt. Doch heute, im Zuge der allgemeinen Privatisierung, werden die COINTELPRO-Techniken in verfeinerter Form in öffentlich-privater Zusammenarbeit von Geheimdiensten und Stiftungen durchgeführt.

Unterwanderung und der Einsatz von Provokateuren gehörte schon immer zum Werkzeug der Aufstandsbekämpfung. Bismarcks Geheimdienstchef Wilhelm Stieber hatte solche Techniken im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Sozialdemokratie erfolgreich angewandt. Im Zarenreich wiegelte der Agent Provocateur und orthodoxe Priester Georgi Gapon im Auftrag des zaristischen Geheimdienstes Ochrana Streikende zu riskanten Aktionen auf, sodass das Militär im Jahre 1905 am Petersburger Blutsonntag unter den Arbeitern ein grässliches Massaker verüben konnte. Die Bewegung der Außerparlamentarischen Opposition im Jahre 1968 erlebte ebenfalls alle Techniken der COINTELPRO, diesmal von deutschen Geheimdiensten inszeniert. Bei der Kommune 1, einem für damalige Verhältnisse extrem experimentellen Wohnprojekt, tauchte ein Mann auf, der fragte, ob er mal eben seinen Koffer in der Wohnung abstellen dürfe. Kaum war der V-Mann außer Haus, erfolgte eine Polizeirazzia. In dem abgestellten Koffer fanden sich Materialien, die für einen Anschlag geeignet waren.

Linke Gruppierungen waren in jenen Jahren bevorzugtes Objekt der Unterwanderung und Umfunktionierung im Sinne der Geheimdienste. So wandelte sich zum Beispiel die Rote Armee Fraktion immer mehr zu einem gesichtslosen Terrorapparat. Schließlich, in den 1980er Jahren, wurden auffällig viele Prominente von der RAF erschossen, die gerade dabei waren, aus dem Mainstream auszuscheren. Zum Beispiel der damalige Chef der Treuhand, Detlev-Karsten Rohwedder. Die Treuhand sollte das DDR-Vermögen abwickeln. Rohwedder sagte zu Direktoren von DDR-Kombinaten, er wolle nicht, dass die Kombinate zu enthaupteten Instrumenten von West-Konzernen werden sollten. Er bekam massiven Druck in seiner Treuhand von marktradikalen Scharfmachern wie zum Beispiel seiner Nachfolgerin, Birgit Breuel. Den Hardlinern war Rohwedder nicht radikal genug. Rohwedder wurde dann angeblich von der RAF erschossen. Bis heute ist das einzige Indiz in Richtung RAF ein Bekennerschreiben, das in der Nähe des Hauses von Rohwedder gefunden wurde.

Noch haariger sind die Umstände um den Mord an Alfred Herrhausen. Das Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, Herrhausen, galt als Dissident unter den Alpha-Bankern. Er forderte einen Schuldenerlass für die Länder der Dritten Welt. Zudem wollte er die Deutsche Bank als ernstzunehmenden Konkurrenten der Angloamerikanischen Superbanken aufstellen. Auch in diesem Falle wurde der Mord in den Medien der RAF zugeschrieben, obwohl die absolute Professionalität des Mordanschlags eher auf Geheimdienste schließen lässt.

Nicht nur rechte Organisationen, sondern auch linke Organisationen werden also gekapert, um aus ihnen Instrumente der staatlichen Repression zu machen. Wobei die allgemeine Privatisierung auch vor der Repression und Aufstandsbekämpfung nicht Halt macht. Immer öfter übernehmen private Stiftungen diese Aufgaben der COINTELPRO. Die Unterwanderung und Umfunktionierung linker Organisationen war in den letzten drei Jahrzehnten ein Kinderspiel.

Denn die linken Organisationen hatten lange Zeit massive Nachwuchsprobleme. Und viele Initiativen litten unter dem strukturellen Mangel, dass sie meistens von einer Person selbstausbeuterisch am Laufen gehalten wurden. Wenn dieser Selbstausbeuter mal ausfiel aus Altersgründen, oder wegen Burnout oder Krankheit, war er froh, wenn sich dann junge Leute scheinbar selbstlos anboten, den Laden weiterzuführen. So hat schon in den 1990er Jahren ein Personalwechsel angefangen. Auf der Strecke blieben dabei Idealismus und Transparenz. Dieser Wechsel von ganz alten zu ganz jungen Aktivisten prägt gerade das Geschehen in der so genannten Linkspartei. Aufrechte Anti-Imperialisten wie Wolfgang Gehrcke oder Norman Paech gaben die Staffel aus Altersgründen ab.

Als letzte authentische Linke führen Sarah Wagenknecht, Sevim Dagdelen und Dieter Dehm einen aussichtslosen Abwehrkampf gegen die Flut von eingesickerten Transatlantikern. Die Bewegung ist nichts, der Parteiapparat ist alles, heißt jetzt die Devise. Marktradikale Figuren wie Klaus Lederer geben den Ton an. Stefan Liebich war lange Zeit führende Gestalt im proamerikanischen Honoratiorenverein Atlantikbrücke. Wer bis dato noch Zweifel hegte, von wo der Wind bei der Linkspartei heutzutage weht, wurde spätestens beim letzten Neujahrsempfang der so genannten „Links“partei einem Klärungsprozess zugeführt. Ehrengast war dort nämlich kein Geringerer als Richard Grenell, der damalige Botschafter der USA und Jens Spahn-Intimus, der durch seinen rüpelhaften Tonfall gegenüber Deutschland aufgefallen ist.

Das Bild ist überall das gleiche: ob bei den Grünen, wo sich die transatlantisch orientierten „Realos“ gegen die authentischen „Fundis“ durchsetzen konnten, oder eben – besonders krass – bei der Antifa. Die Antifaschistische Aktion wurde in den 1970er Jahren gegründet von echten Linken. Aber auch die kurz „Antifa“ genannte Gruppierung litt irgendwann unter Nachwuchsproblemen. Doch dann waren plötzlich Leute da, die bereit waren, den Laden in Vollzeit zu übernehmen, und Geld sprudelte plötzlich reichlich. Bei der inzwischen weit nach rechts gewendeten Antifa fehlt heutzutage jede politische Reflektion. Es geht ganz unspezifisch „gegen rechts“. Wobei auffällt, dass echte Nazis und Antifas sich gegenseitig sehr schonend behandeln. Auch die AfD bleibt bei Akten des Individualterrors gegen ihre Mitglieder durch die Antifa auffällig passiv.

Die Aktivitäten der Antifa werden flankiert von der Bundeszentrale für Politische Bildung, von der Antonio Amadeu-Stiftung und Online-Portalen ohne Impressum wie zum Beispiel Psiram. In einem Zitierkartell werten diese Gruppen sich gegenseitig auf: so wird mittlerweile in der Lehrerfortbildung Psiram als seriöse Quelle wärmstens empfohlen. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia beruft sich bei ihren steilen Behauptungen fast ausschließlich auf Autoren, die ihr politisch nahestehen und in die einschlägigen Netzwerke eingebunden sind. Netzwerker der Aufstandsbekämpfung werden bei den Stiftungen geschult und verteilen sich dann auf Medien, Universitäten oder Politik.

Immer noch wird verkannt, wie eng vernetzt jene Leute sind, die uns diffamieren und angreifen. Und immer noch wird nicht gesehen, wie gefährlich diese Antifanten sein können. Dazu muss natürlich einschränkend gesagt werden, dass es bei den Antifas ein Fußvolk gibt, das leider ohne Umschweife als vom funktionalen Analphabetismus umwölkt eingestuft werden muss. In einem Zeitalter, in dem das Smartphone Kenntnisse differenzierteren Sprachgebrauchs durch vorgegebene Formulierungsangebote und durch Icons überflüssig macht, ist auch eine anspruchsvollere Analyse zeitgeschichtlicher Ereignisse nicht mehr möglich. So erschöpft sich die Themenpalette bei Jugendorganisationen der einschlägig im Bundestag vertretenen Parteien auf den „Kampf gegen Rechts“. Irgendwie. Irgendwo. Ich weiß auch nicht. Andere Themenbereiche fallen dabei weitgehend unter den Tisch. Damit befassen sich nur die Nachwuchspolitiker, die wirklich Karriere machen wollen. Punkt.

Wenn das Objekt der auszuübenden Gewalttaten erst einmal durch perfektes Framing und Diffamieren entwertet und entmenschlicht ist, fällt es ganz leicht, die dehumanisierten Opfer mit allem Sadismus, den man irgendwann einmal aufgestaut hat, zu quälen. Man ist ja im Recht. Dazu eine kleine, absolut nicht vollständige Reihung von Beispielen:

In Stuttgart wurde bei einer Querdenken-Veranstaltung der Journalist Ken Jebsen mit Feuerwerk beworfen. Nur dadurch, dass Jebsen die Bühne noch rechtzeitig verlassen hat, ist ihm nichts passiert.
Ebenfalls in Stuttgart wurde ein rechter Gewerkschaftler am Rande einer Querdenker-Kundgebung von maskierten Männern aus der Antifa-Szene brutal zu Boden geschlagen. Als der Mann schon bewusstlos am Boden lag, hat ein vermummter Täter noch eine Schreckschusspistole an seinen Kopf gehalten und abgedrückt. Der Gewerkschaftler lag lange Zeit in Intensivbehandlung und befand sich in Lebensgefahr.
Bei der Querdenken-Kundgebung in Konstanz Anfang Oktober warf eine Person ein so genanntes Bengalfeuer auf die Bühne, das gottlob nicht explodierte, und traf Friedericke Pfeiffer-de Bruin am Kopf. Im Gegensatz zum Anschlag auf Ken Jebsen konnte der Täter von Ordnern gefasst und der Polizei überstellt werden. Die Polizei sah keinen sonderlichen Handlungsbedarf. Sie nahmen lediglich die Personalien auf und ließen den gescheiterten Mörder dann laufen.
Die Haltung der Polizei differenziert sich von Ort zu Ort. In Leipzig schützt die Polizei die Querdenker konsequent. Denn auch Polizeibeamte sind von der dortigen Antifa aus ihrem Führerhauptquartier in Leipzig-Connewitz mit Leuchtraketen beschossen und erheblich verletzt worden. In Flensburg jedoch zeigte die Polizei mehrmals, und besonders auffällig am 25. Juli dieses Jahres, ein Verhalten, das man nur als Kooperation mit der Antifa verstehen kann. Dort stürmten zwei Antifas ohne jeden Anlass auf einen Demonstranten zu. Einer der beiden totalvermummten Täter trat dem friedlichen Demonstranten mit aller Gewalt in die Beine, während sein Komplize seinem Opfer heftige Faustschläge auf den Kopf verpasste. Als der Attackierte wieder aufstehen wollte, wurde er als nächstes von Polizeibeamten angegriffen und weggedrängt. Als nächstes unterhielt sich der Einsatzleiter der Polizei ganz entspannt mit dem Antifa-Angreifer. Anscheinend war den Polizisten nicht bewusst, dass sie aus zwei Blickwinkeln gefilmt wurden <1>.
Es gibt unter jungen Leuten die Schenker-Bewegung. Die Schenker lehnen jede wirtschaftliche Tätigkeit, die mit Geld abgewickelt wird, kategorisch ab. Geld ist für sie die Quelle unethischen Handelns. Die Antifa hasst Leute, die sich dem totalitären Zugriff der Banken entziehen, in besonderer Weise – was ja für angebliche Kapitalismuskritiker schon erstaunlich ist. So ruft die Antifa zum Individualterror gegen Schenker auf: die Schenker sind in ihren Augen Rechtsesoteriker. So wurde eine Kneipe der Schenker-Bewegung in Marburg beim ersten Anschlag nachts mit Feuerlöschern komplett verwüstet, und ein zweites Mal wurde die Fassade flächendeckend beschmiert.

Das soll als kleiner, in keiner Weise erschöpfender Eindruck der Gefährlichkeit der rechts gewendeten Antifa genügen. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang das feinmaschige Netz der Kooperation von Stadtregierung, örtlicher Presse, „linken“ Parteien und der kriminellen Antifa. So bilden bei Veranstaltungen von Bürgermeistern oftmals Antifanten den größten Teil des applaudierenden Publikums.

Auch die Wissenschaft will dabei sein. So wusste Professor Benno Hafeneger von der Marburger Philipps-Universität in mehreren Interviews mit der örtlichen Monopolpresse zu berichten, die Marburger Weiterdenken-Gruppe sei gegenüber Rechten offen. Erstaunlich daran: Hafeneger wurde niemals bei Weiterdenken gesichtet. Völlig empiriefrei, also ohne eigene Recherchen vor Ort, hatte er wohl durch die Glaskugel Rechtsextreme bei der Marburger Gruppe gesichtet. Die grundlegenden Handwerkszeuge des seriösen Wissenschaftlers, nämlich die Interview-Recherchen mit Betroffenen oder die teilnehmende Beobachtung, hat Hafeneger nicht angefasst.

Man muss dazu anmerken, dass ein Universitätsprofessor heutzutage den größten Teil seiner Arbeitszeit mit der Einwerbung von Drittmitteln verbringen muss. Das heißt: er muss in der freien Wirtschaft und bei Stiftungen Fördergelder einwerben, weil ihm die vom Bundesland zugeteilten Mittel nicht reichen. Entsprechend neigt der Drittmittelprofessor oft dazu, seinen Forschungsgegenstand in seiner eminenten Bedeutung für die Menschheit mächtig aufbauschen. Das gilt nicht nur für Herrn Drosten. Ob nun die Bedrohung des Nagelpilzes für die Menschheit oder die Bedrohung durch Rechtsextremismus: Professor Hafeneger hat sich das Schwerpunktthema Rechtsextremismus ausgewählt. Und da der Personenkreis der echten Rechtsextremen überschaubar ist, muss Herr Hafeneger potentielle Spender wie Volkswagenstiftung oder Bertelsmann davon überzeugen, dass die mittlerweile viele Millionen Mitstreiter umfassende Querdenker-Bewegung eben ein Hort des Rechtsextremismus ist – also viel mehr Drittmittel nötig sind, um der braunen Plage Herr zu werden. Dies nur als Illustration des desolaten Zustands unserer Wissenschaft.

Die örtliche Presse steht nicht besser da. Von den ersten Kundgebungen der Grundgesetzfreunde in Marburg an wurde der krampfhafte Versuch unternommen, die dortige Weiterdenken-Gruppe als von Verschwörungstheoretikern und Rechten durchsetzt darzustellen. Dazu mussten sogar zwei echte Rechtsextreme herhalten. Die hatten, ohne Genehmigung durch Weiterdenken, zur Corona-Demonstration auf dem Marktplatz aufgerufen. Dass die beiden profilierten Nazis von Weiterdenken des Platzes verwiesen wurden, nützte gar nichts. Die örtliche Monopolzeitung zeigte Fotos der beiden Nazis als Repräsentanten von Weiterdenken. Immer wieder.

Ungeachtet aller Klarstellungen. Die Fotografin der Monopolzeitung machte ihre Bilder ausschließlich mit Tele-Objektiv. Während tatsächlich die Teilnehmer die allseits bekannten Abstandsregeln von 1.50 Meter eingehalten hatten, erschienen in der Presse dank Teleobjektiv, das Entfernungen schrumpfen lässt, der visuelle Eindruck, die Teilnehmer stünden dicht gedrängt zusammen wie in der Sardinenbüchse. Zur Eigenart dieser Fotoreporterin gehört auch, dass sie mit dem Teleobjektiv alle Kundgebungsteilnehmer einzeln fotografierte, was nicht erlaubt ist. Dabei wurde sie von einer Teilnehmerin fotografiert. Während die Fotoreporterin für die Redner der Kundgebung nur ein demonstratives Gähnen aufbrachte, unterhielt sie sich sehr angeregt mit den Antifa-Störern.

Possen aus der Provinz. Aber diese Studien im Mikrokosmos zeigen, wie fein gesponnen das Netz der Aufstandsbekämpfung geflochten ist. Selbstverständlich sind hier nicht alle Effekte geplant und beabsichtigt. Aber gewisse Dinge wie zum Beispiel der Zwang zur Drittmitteleinwerbung bei Professoren oder zufällige Bekanntschaften von Presseleuten mit Antifanten wirken hier als Geschmacksverstärker.

Mittlerweile bekommt allerdings die Koalition der Aufstandsbekämpfung deutlich erkennbare Risse. Den Gewaltprofis von der Antifa läuft so langsam das Fußvolk davon. Als vor kurzem eine Querdenker-Demo in Leipzig stattfinden sollte, hatte ein gewaltiger Chor aus örtlicher Presse, den Parteien SPD, Grüne und Linke und den gewaltbereiten Antifanten zu einer machtvollen Gegendemo aufgerufen. Auf insgesamt vier angemeldeten Gegendemos verloren sich gerade einmal fünfzig Personen. Der Mangel an Mitläufern wurde durch mächtige Beschallungsanlagen ausgeglichen – was aber den Schwund an Akzeptanz nicht mehr wettmachen konnte.

Auch bislang der Antifa und den Antideutschen nahestehende Journalisten gehen auf vorsichtigen Abstand <2>. Denn einschlägige Organe der Antifa-Hassprediger werden in ihrer zunehmenden Isoliertheit immer schriller und nähern sich der Neuen Rechten immer ungenierter an. Im Fokus wohlwollender Kritiker steht hier besonders das Magazin Bahamas. Die gemeinsame Schnittmenge mit der Neuen Rechten besteht vor allen Dingen im Hass gegen Muslime und der kritiklosen Anbindung an die in Israel herrschende Netanyahu-Regierung. Es kann ja auch nicht ewig unbemerkt bleiben, dass führende Gestalten der Antifa gut bezahlte Redakteure in etablierten rechten Mainstream-Zeitungen sind <3>. Wie passt das noch mit links zusammen, fragt sich da der erstaunte Beobachter.

Mit dem Niedergang der Antifa kommt auch das Ende der Kontrollierten Opposition. Kontrollierte Opposition heißt: die Mächtigen erkennen, dass sich gegen sie Widerstand regen könnte in nächster Zeit. Also bilden sie klugerweise selber Organisationen, die den zu erwartenden Frust der Basis im Vorfeld schon aufnimmt und die vermeintliche Lösung des Problems anbietet. So wurden schon am Anfang des Zwanzigsten Jahrhunderts in den USA von den damaligen Unternehmerverbänden eigene Gewerkschaften oder Organisationen für Afroamerikaner gegründet, um die zu erwartenden Sozialkämpfe kanalisieren und entschärfen zu können. Über viele Jahrzehnte hatten wir in der Bundesrepublik nur solche kontrollierten Oppositionsgruppen. Die APO war eine unkontrollierte Opposition, die aber schnell eingehegt werden konnte. Die augenblickliche Querdenker-Bewegung ist noch nicht kontrolliert und eingehegt, obwohl die Vorbereitungen dazu vermutlich auf vollen Touren anlaufen.

Die Symbolpolitik ist aber im Moment in einer Krise. Das zeigte sich deutlich bei der Räumung des besetzten Hauses in der Berliner Liebigstraße 24. Zum Räumungstermin hatten sich die Besetzer hinter Metallabsperrungen verschanzt. Dann legte die Polizei eine Art Feuerwehrleiter an den Balkon, flexte mal eben die Metallarmierung weg und begleitete die Besetzer über die Gangway nach draußen. Das ist Symbolpolitik. Wozu macht man einen Wehrpanzer, wenn man dann gar keinen Widerstand leisten will?

Der Unterschied zwischen Symbolpolitik und echtem Widerstand ist augenfällig bei der Besetzung von bedrohten Wäldern. Jahrelang haben sich die echten Besetzer des Hambacher Forstes in den Baumhütten den Allerwertesten abgefroren und große persönliche Opfer gebracht, um die Natur zu retten. Dann kamen die klassischen Organisationen wie Greenpeace und witterten, gerade nach dem anrührenden Video mit der traurigen Baumbesetzerin, eine Chance, Spendengelder einzuwerben, und machten „Hambi“ zum Mega-Thema. Eine große Public-Relations-Sause. Danach waren die Baumbesetzer wieder alleine. Und jetzt „Danni“, auf erheblich reduzierter Publicity-Stufe.

Die echten Baumbesetzer hocken schon elend lange bei Wind und Kälte im Dannenröder Forst. Im Zuge von Corona ließen sie sich sogar herbei, Masken in der kerngesunden Waldluft anzulegen und die vorgeschriebenen Distanzregeln im Wald einzuhalten. Dieses Entgegenkommen der „Dannis“ hat aber in keiner Weise verhindert, dass das korrupte Rodungsprojekt in vollem Maße durchgezogen wurde. Der Frust unter den echten Waldbesetzern ist groß, was auch die hessische Landtagsfraktion der Grünen schon erfahren musste. Eine maskierte Abordnung der „Dannis“ stürmte das Büro und beschmierte die Wände. Dies war sicher keine Antifa. Dieser Protest war echt. Aber die Verteidiger des Dannenröder Forstes dürfen sich jetzt nicht von den Antifas zur Ausübung sinnloser Gewalt hinreißen lassen.

Die politische Gemengelage ist kompliziert und teilweise auch konfus. Wenn wir die Techniken, eine authentische Bewegung, wie jetzt die Querdenken-Bewegung oder die Waldbesetzer-Bewegung, von außen und von innen her zu zerschlagen, exakt und wissenschaftlich untersuchen, haben wir die Chance, sauber zu bleiben. Und damit auch tatsächlich zu siegen.

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