"Communiqué: Graffiti am Büro von Terre des Femmes zum Internationalen Hurentag"


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von: "anonym", veröffentlicht am: 20-06-02

Webadresse: http://4sy6ebszykvcv2n6.onion/node/85816

Regionen: Berlin

Themen: Gender Repression Soziale-Kämpfe

[ENGLISH BELOW]



Anlässlich des Internationalen Hurentags am 2. Juni haben wir etwas Graffiti am Büro der Organisation ‘Terre des Femmes’ in Berlin, Brunnenstr. 128 hinterlassen. Der Internationale Hurentag gedenkt dem Widerstand von Sexarbeitenden. Ursprung ist die Besetzung einer Kirche in Lyon (Frankreich) durch mehrere Hundert Frauen in der Sexarbeit am 2. Juni 1975, welche sich somit gegen staatliche Repression und Polizeigewalt zur Wehr setzten. Sexarbeitende und ihre Unterstützer*innen nutzen dieses Datum jedes Jahr für ihre Aktionen und Proteste.








Warum wählten wir Terre des Femmes als Ziel? Terre des Femmes ist eine Organisation welche vorgibt für Menschen- und Frauenrechte zu kämpfen, aber das Gegenteil dessen tut. Tatsächlich sind sie der Wolf im Schafspelz und nutzen ein Märchen mit vermeintlichem humanitärem Anstrich um bereits marginalisierte gesellschaftliche Minderheiten noch weiter zu unterdrücken.







Terre des Femmes sind rassistisch. Sie betreiben Kampagnen für das Verbot von muslimischen Kopftüchern und stellen den Islam als frauenfeindliche, barbarische Kultur dar und verstärken somit Stereotype, sodass Muslima durch ‘westliche Kultur’ befreit werden können. Dies ist die Logik des aggressiven Kolonialismus und ein Nährboden für Rassismus. Es ist offensichtlich dass Terre des Femmes immer mit dem Finger auf ‘die Anderen’ zeigen, während behauptet wird, Deutschland sei an sich ein Ort der Freiheit für Frauen und diese Freiheit würde durch jene ‘Anderen’ gefährdet – migrantische Männer of colour oder vermeintlich nicht-westliche Werte.







Terre des Femmes sind transphob. Sie halten an einem veralteten biologischen Verständnis fest, welches das Geschlecht von Menschen festschreibt und behaupten, in ihren Worten es gäbe keine “Transfrauen die Frauen und Transmänner die Männer sind”. Ihnen zufolge wird Frausein allein durch vereinfachte körperliche Eigenschaften. Es bleibt ein Geheimnis, wie solch frauenfeindliche Pseudowissenschaft aus dem 19. Jahrhundert noch immer als feministisch akzeptiert wird. Inge Bell, eine der Vorsitzenden von Terre des Femmes, schrieb einst Transfrauen seien keine Frauen, sie verhielten sich zum Frausein wie “Migranten, nicht Natives, - also zu Einwanderern in das entsprechende Geschlecht, nicht zu Eingeborenen”. Vor Kurzem argumentierten Terre des Femmes in einem offenen Brief gegen das Verbot von Konversionstherapien in Deutschland und sie bezeichnen die Befreiung von TransMenschen als Gefahr für die Gesellschaft und Frauenräume. Weiterhin behaupten sie es gäbe soetwas wie Geschlechtsidentität oder “im falschen Körper geboren zu sein”(Zitat Inge Bell) nicht. Entsprechend ihren Ansichten haben sie mehrfach TransMenschen aus ihrer Gruppe oder Diskussionen geschmissen und sie in ihrer Politik angegriffen.







Terre des Femmes sind hurenfeindlich. Der Verein ist eine der lautesten und aggressivsten Gruppen in Deutschland wenn es um Angriffe auf die Rechte von Sexarbeitenden geht. Während sie vorgeben Menschenhandel zu bekämpfen, unternehmen sie so ziemlich nichts gegen den Handel von Menschen - ein Verbrechen welches nicht nur in der Prostitution vorkommt, sondern vor Allem in der Nahrungsmittel- und Textilindustrie, dem Bauwesen sowie der häuslichen Arbeit. Erneut nutzen Terre des Femmes einen scheinbaren humanitären Anlass, welcher moralisch unanfechtbar erscheint, um Sexarbeitende weiter zu stigmatisieren, marginalisieren und unterdrücken. Sie wollen ein “Welt ohne Prostitution” und fordern dafür eine verstärkte Kriminalisierung von Sexarbeit. Als das Prostitutionsgesetz im Jahr 2017 geändert wurde warnten Organisationen von Sexarbeitenden sowie Menschenrechtsverbände davor, dass das Gesetz Sexarbeitenden massiven Schaden zufügen würde. Das Gesetz beinhaltet eine Registrierungspflicht von Sexarbeitenden bei staatlichen Behörden und das Mitführen eines Sonderausweises, unrealistische Regulierungen welche Arbeitsplätze zerstören (vor Allem kleinere, selbstverwaltete und unabhängige Betriebe) und verleiht der Polizei erweiterte Rechte welche es erlauben, Sexarbeitende sowie ihre Wohnung und Arbeitsplätze jederzeit ohne richterliche Befugnis zu durchsuchen. Das letzte Mal gab es solch ein Prostitutionsgesetz in Deutschland während des Naziregimes. Terre des Femmes sind Hardliner in dieser Debatte, ihnen ist das aktuelle Gesetz nicht streng genug. Sie befürworten die Kriminalisierung für sexuelle Dienste zu zahlen (das sog. “Schwedische Modell” oder “End-Demand-Modell”) unter der Behauptung, alle Kund*innen von Sexarbeitenden seien böswillige Vergewaltiger und alle Sexarbeitenden stimmlose Opfer. Die Erfahrungen von Sexarbeitenden mit solch einem Gesetz, wie bspw. Schweden oder Frankreich, zeigen, dass es das Risiko von Übergriffen erhöht, ihre Arbeit prekarisiert und soziales Stigma und Misinformation verstärkt. Terre des Femmes nutzen diese moralisch und ideologisch aufgeladenen Debatten als Türöffner für Repression, mit dem Ziel eines kompletten Verbots von Sexarbeit. Wiederholt greifen sie selbstorganisierte Sexarbeitende an und bezeichnen sie als “Zuhälterlobby” oder “verwirrte Opfer”, jegliche Selbstbestimmung oder Handlungsmacht von Sexarbeitenden verneinend.







Natürlich sind Terre des Femmes nicht die einzigen, welche Sexarbeitende angreifen. Sie sind Teil einer patriarchalen und autoritären Koalition, welche sich durch alle politischen Lager zieht. Aktuell wird die Corona-Pandemie als Katalysator für diese Agenda genutzt. Sexarbeit wurde unter den Corona-Regelungen komplett verboten während Sexarbeitende von Soforthilfen weitestgehend ausgeschlossen und Armut und Obdachlosigkeit überlassen wurden. Währenddessen vermehrt die Polizei ihre Belästigungen, kontrolliert Frauen auf der Grundlage sie “sehen aus wie Prostituierte” und verhängt Bußgelder. Dies spüren vor Allem Sexarbeitende in der Frobenstr. und Kurfürstenstr. in Berlin, zwei Straßen welche seit Jahrzehnten von Sexarbeitenden und ihren Kund*innen frequentiert werden.



Eine Gruppe von 16 Politiker*innen forderte kürzlich, dass Sexarbeit gleich ganz verboten bleiben und auch nach der Pandemie nie wieder legal sein sollte, sei Sexarbeit doch eine “Gefahr für die öffentliche Gesundheit und epidemologische Super-Spreader”. Dieses widerliche opportunistische Aussage trägt im Kern jahrhundertealtes Stigma gegen Sexarbeitende, welches durch die Geschichte hindurch für deren Inhaftierung und Ermordung genutzt wurde. Wenn wir uns die Menschen hinter diesem Papier anschauen, werden die Absichten umso klarer: Sie alle (mit einigen kleinen Unterschieden hier und dort) stehen ein für die Bekämpfung von Migration, die Festung Europa, stimmen gegen ein Grundeinkommen oder die Erhöhung des Mindestlohnes, gegen reproduktive Rechte und das Recht auf Abtreibungen, gegen Homo-Ehen, gegen Transrechte und – vermutlich wenig überraschend – gegen Porno. Kurz gesagt: Sie wollen verarmte Menschen arm sein lassen und ihnen keinerlei Mittel zu einem irgendwie selbstbestimmten Leben ermöglichen, während sie an “alten Werten” festhalten und um das Wohl der Familie als Säule des Staates bangen.







Hier ist die volle Liste dieser Politiker*innen, falls ihr eure eigene Recherche betreiben wollt:







Michael Brand (CDU)



Leni Breymaier (SPD, eine der lautesten Aktivistinnen gegen Sexarbeit und Vorstand der Organisation Sisters e.V., welche Terre des Femmes nahesteht und gleichermaßen rassistisch, trans- und hurenfeindlich ist.)



Johannes Fechner (SPD)



Maria Flachsbarth (CDU)



Hermann Gröhe (CDU)



Mechthild Heil (CDU)



Frank Heinrich (CDU)



Marc Henrichmann (CDU)



Karl Lauterbach (SPD)



Katja Isabel Leikert (CDU)



Yvonne Magwas (CDU)



Martin Patzelt (CDU)



Antje Tillmann (CDU)



Volker Ullrich (CSU)



Annette Widmann-Mauz (CDU)



Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU)







Andere aktive Anti-Sexarbeit-Organisationen und Aktivist*innen in Deutschland sind der oben genannte Sisters e.V. mit Huschke Mau, Leni Breymaier und Sabine Constabel als Schlüsselfiguren, das EMMA Magazin von Alice Schwarzer, SolWoDi (Solidarity with Women in Distress, eine katholische Organisation gegründet von der Nonne Lea Ackermann), Abolition 2014 mit Inge Kleine und Manuela “Manu” Schon, welche vermutlich hinter der Online-Veröffentlichung von den Arbeitsplätzen und Wohnadressen von Sexarbeitenden in ganz Deutschland sowie dem huren- und transfeindlichen Blog ‘Feminist Current’ stecken. Weiterhin Mira Sigel des gleichermaßen trans- und hurenfeindlichen sowie rassistischen Blogs “Die Störenfriedas”, die Gruppe FEMEN sowie die christlichen Sozialarbeiter*innen des Neustart e.V. und ihr Chef Gerhard Schönborn, welche in Berlin-Schöneberg Sexarbeitende belästigen und bei den Frauen dementsprechend verhasst sind. Außerdem die Politiker*innen Marcus Weinberg (Kopf der Arbeitsgruppe Frauen und Familie der CDU/CSU) und Manuele Schwesig (ehemalige Familienministerin der SPD), welche das “ProstituiertenSchutzGesetz” von 2017 auf den Weg brachten, Stephan von Dassel (Grüne / Bündnis 90) welcher gerne Sexarbeit aus der Berliner Innenstadt verbannen möchte, Maria Noichl (SPD), welche die Kriminalisierung von Kund*innen innerhalb des Europäischen Parlaments fordert und Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) ist.







Dies sind nur einige wenige der Verantwortlichen für die Angriffe auf die Rechte von Sexarbeitenden. Da die Argumente, Politiken und Konsequenzen denen des “Krieg gegen Terror” oder “Krieg gegen Drogen” ähneln,
sprechen einige Sexarbeitende auch vom “Krieg gegen Sexarbeit” – die Behauptung eines Angriffs auf die Gesellschaft und ihre Werte, ein “guter Zweck” welcher strenge Maßnahmen billigt wie bspw. erhöhte Polizeipräsenz, strikte Gesetze und die Kontrolle marginalisierte Bevölkerungsteile zu ihrer eigenen vermeintlichen “Rettung”, welche zum Ausbau eines Polizeistaates und weiterer Unterdrückung beitragen und sich diese Überwachungsmethoden auf weitere Bevölkterungsgruppen ausbreiten. Kriminalisierung treibt Sexarbeitende in die Hände von Zuhälter*innen und aus dem Stadtgebiet heraus, wo sie leichter angreifbar sind. Ein ähnliches Gesetz wird bzgl. dem Bankwesen diskutiert, welches darauf abzielt Sexarbeitende den Zugang zu Bankkonten und Geldtransfers zu verbieten und sie aus der Wirtschaft auszuschließen, welche sie zum Überleben nutzen müssen. Doch diese Gesetze zielen nicht nur auf Sexarbeitende ab. Letztendlich werden sie gegen alle möglichen sozialen Randgruppen genutzt. Sexarbeitende sind der Kanarienvogel in der Kohlmine und dies ist einer der vielen Gründe warum wir denken dass es wichtig ist, Sexarbeitenden Gehör zu geben und sie in ihren Kämpfen zu unterstützen.







Die Menschen welche Sexarbeit bekämpfen kümmern sich um solche Missachtungen nicht. Tatsächlich glauben wir, dass diese verletzenden Konsequenzen gewollt sind. Wenn die Motivationen dahinter nicht direkt einem frauenfeindlichem Hass und Verachtung für die Arbeiter*innenklasse entspringen, dann kommen sie aus einer Ideologie des weißen, bürgerlichen, ausgrenzenden Feminismus (im Englischen gibt es den Begriff ‘carceral feminism’, da sich dieser positiv auf das Gefängnissystem bezieht). Die Vertreter*innen dieser Ideologie glauben, dass die Befreiung von Frauen durch den Staat, Repression und Einsperrung vollzogen werden kann. Was ist aus der Analyse geworden, welche den Staat und seine Institutionen als patriarchale Gewalt enttarnt?



Es überrascht nicht, dass diese Personen auch gegen reproduktive Rechte, Zugang zu Abtreibungen, Sozialhilfe für Arme oder mehr Löhne oder die Rechte von Migrant*innen stimmen, während sie sich für Kriege und Unternehmen stark machen. Als Sabine Constabel, Chefin der Anti-Sexarbeit-Gruppe ‘Sisters e.V.’ bei einer Podiumsdiskussion gefragt wurde, ob sie anerkennt dass das neue Prositutionsgesetz in Deutschland migrantische Sexarbeitende dem Risiko von Prekarisierung und Obdachlosigkeit aussetzt, war ihre Antwort: “Die (Ausländer) sollen hier gar nicht erst herkommen.”







Trotz ihrer rassistischen, frauenfeindlichen, transphoben, klassistischen und hurenfeindlichen Aussagen werden Gruppen und Personen wie Terre des Femmes noch immer eine Bühne in der Debatte um Sexarbeit gegeben. Mit unserer Aktion wollen wir zu ihrer Demaskierung beitragen und andere Sexarbeitende und Unterstützer*innen dazu motivieren, von der Verteidigung in den Angriff überzugehen. Schmeißen wir die Feinde unserer Freiheit von der Bühne, konfrontieren wir sie wo immer wir sie antreffen und entlarven ihre Lügen. Lasst uns Allianzen bilden
in unseren Kämpfen, mit Migrant*innen und People of Colour, Menschen in der LGBTQ-Community, anderen (Pflege-)Arbeiter*innen, Feminist*innen, Anarchist*innen, Antifaschist*innen und Antikapitalist*innen.







Für die Rechte von Sexarbeitenden zu kämpfen heißt gegen das Patriarchat und für geschlechtliche und sexuelle Befreiung zu kämpfen.



Gegen Ausbeutung zu kämpfen heißt gegen den Kapitalismus und für die Arbeiter*innenklasse zu kämpfen.



Gegen Menschenhandel zu kämpfen heißt gegen Grenzregime und für eine freie Migration zu kämpfen.







Wir fordern nichts von den Machthabenden doch wir wollen von euch, die dies lesen, dass ihr unserem Kampf beikommt! Wir werden die globale Gemeinschaft von Sexarbeitenden und Netzwerke gegenseitiger Unterstützung weiter ausbauen. Wir werden unsere Theorie und Praxis schärfen und weiterhin gegen diese Gesetze, den Staat und soziales Stigma kämpfen.







Sexarbeit ist Arbeit!



Stoppt die Angriffe aus Sexarbeitende!



Sexarbeitende vereinigt euch und schlagt zurück!







Solidarität mit dem von Räumung bedrohten, queer-feministischen Hausprojekt Liebig34!



Solidarität mit Black People und People of Colour in den USA und weltweit!*







Wenn wir in diesem Text von ‘Männern’, ‘Frauen’ oder ‘Trans’ reden beziehen wir uns die Selbstbezeichnung dieser Menschen.*



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ENGLISH:



Communiqué: Graffiti at Terre des Femmes offices on International Whores Day







In celebration of the so-called International Whores’ Day on June 2nd, we left some graffiti at the office of the organisation ‘Terre des Femmes’ in Berlin, Brunnenstr. 128. International Whores’ Day commemorates the resistance of sex workers, when on June 2nd 1975 over a hundred sex working women occupied a church in Lyon (France) in order to fight against state repression and assaults by police. Sex workers and their accomplices use this date every year for their actions and protest.







Why did we choose Terre des Femmes as a target? Terre des Femmes is an organisation that claims to fight for human and women’s rights but does the opposite. In fact, it is a wolf in sheep’s clothing, using a humanitarian narrative to further repress already marginalised social minorities.







Terre des Femmes is racist. They campaign for a ban on Muslim head-scarves and portray Islam as a culture of misogynistic barbarism, enforcing stereotypes so that Muslim women can be ‘liberated’ by western culture. This is a logic of aggressive colonialism and a breeding ground for racism. It becomes obvious that Terre des Femmes are always pointing fingers at ‘The Others’ while claiming that Germany in itself would be a place of freedom for women and that freedom would be endangered by those ‘Others’ - migrant, men of colour, or assumed non-western values.







Terre des Femmes is trans-phobic. They uphold an outdated biologist determination of people’s sex and gender, claiming in their words that there is no such thing as “trans-women being women and trans-men being men”. According to them, womanhood is solely defined through simplified essentialist physical traits. It is a mystery that such 19th-century misogynist pseudo-science can still be accepted as feminist. Inge Bell, one of the leaders of Terre des Femmes, said transitioned women are not women, and are not “native” but rather some sort of “alien immigrant into womanhood”. Terre des Femmes recently argued against the ban of conversion therapy in Germany and see the liberation of trans-folx as a threat to society and women’s spaces, claiming in an open letter there would be no such thing as gender identity or ‘being born in the wrong body’ (quote Inge Bell). Following their hateful view, they repeatedly excluded trans-people from their group or discussions and targeted them in their policies.







Terre des Femmes is whore-phobic. The group is one of the most vocal and aggressive groups in Germany when it comes to attacking sex workers’ rights. While claiming to combat human trafficking, they do pretty much nothing to fight the trafficking of people – a crime not only present within prostitution but primarily the food, building and textile industries as well as domestic labour. Instead Terre des Femmes once again use a seemingly humanitarian cause that appears morally unchallenged to further stigmatise, marginalise and repress sex workers. They want “a world without prostitution” and therefore campaign strongly for a further criminalisation of sex work. When the prostitution law in Germany was changed in 2017, sex worker and human rights organisations warned it would cause sex workers massive harm. The law includes a forced registration of sex workers with state authorities and having to carry a specific ID, unrealistic regulations that destroy (especially independent and smaller) work places and gives the police the right to search and raid sex workers, their workplaces and homes without a warrant. The last time such a prostitution law existed in Germany was during the Nazi regime. Terre des Femmes were hardliners in this debate, arguing the law would not be strict enough. They promote the illegalisation of paying for sexual services (the so-called Swedish Model or End-Demand Model) under the pretext that all clients of sex work are evil predators, all sex workers voiceless victims. Experiences of sex workers in countries with such a law, for example Sweden or France, show that it puts them more at risk of violence, makes their work more precarious and enforces social stigma and disinformation. Terre des Femmes use these morally and ideologically charged debates as a door opener for repression, ultimately wanting a complete ban of all sex work. They repeatedly attack self-organised sex workers and accuse them as “pimp-lobby” or “confused victims”, denying all agency or right to self-determination of sex workers.







Of course, Terre des Femmes are not the only ones targeting sex workers. They are part of a patriarchal and authoritarian coalition going across all political ranges. Currently they use the Corona-pandemic as a catalyst for their agenda. Sex work has been banned entirely under the pandemic regulations while excluding sex workers from welfare benefits, leaving them poor and homeless. Meanwhile, police increased their harassment, controlling and fining women for even just “looking like a prostitute”. This has been happening for weeks now in Frobenstr. and Kurfürstenstr. in Berlin, two streets frequented for many decades by sex workers and clients.



A group of 16 parliamentary politicians now demanded that sex work may as well be banned forever and never be legal again after the pandemic, since it would be a “public health issue and infectious disease hazard”. This gross opportunist statement is at its core a centuries-old stigma against sex workers which has been used for their incarceration and murder throughout history. Looking at the people behind this paper, the intentions become even more obvious: all of them (with some minor differences here and there) stand against migration and for the fortification of Europe, against a basic income, against reproductive rights and the right to abortions, against gay marriage, against trans rights and – maybe to no surprise – against porn. In short: they want poor people to stay poor and have no means to a somewhat autonomous life, while they hold onto ‘old values’ and fear for the family as a pillar of the state.







Here is the full list if you want to do your own research:



Michael Brand (CDU)



Leni Breymaier (SPD, one of the loudest activists against sex work and the head of the organisation Sisters e.V., which is close to Terre des Femmes and equally racist, trans- and whorephobic)



Johannes Fechner (SPD)



Maria Flachsbarth (CDU)



Hermann Gröhe (CDU)



Mechthild Heil (CDU)



Frank Heinrich (CDU)



Marc Henrichmann (CDU)



Karl Lauterbach (SPD)



Katja Isabel Leikert (CDU)



Yvonne Magwas (CDU)



Martin Patzelt (CDU)



Antje Tillmann (CDU)



Volker Ullrich (CSU)



Annette Widmann-Mauz (CDU)



Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU)







*Other active anti-sex work organisations
and activists in Germany are the above mentioned Sisters e.V. with Huschke Mau, Leni Breymaier and Sabine Constabel being key figures, EMMA Magazine led by Alice Schwarzer, SolWoDi (“solidarity with women in distress”, a catholic NGO founded by the nun Lea Ackermann),Abolition 2014 with Inge Kleine and Manuela Schon, who are suspected to be behind the online publication of sex worker’s addresses including their private homes as well as the whorephobic and transphobic blog “feminist current”. FurtherMira Sigel of the equally trans- and whorephobic as well as racist blog “Die Störenfriedas”, the group FEMEN as well asthe Christian social workers of Neustart e.V. and their boss Gerhard Schönborn that keep harassing sex workers in Berlin and are hated by them accordingly. Also the politiciansMarcus Weinberg (head of the family and women task-force in CDU/CSU) and Manuela Schwesig (former family minister of the SPD) who initiated the “prostitutes protection act” of 2017, Stephan von Dassel (Green Party / Bündnis90) who would like to ban sex work within the city of Berlin, Maria Noichl (SPD), who promotes the criminalisation of clients within the European Parliament and is chairwoman of the Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) – the SPDs women’s task force.







Those are just a few of the attackers on sex workers’ rights. Because the arguments, policies and consequences are similar to those of the “War on Terror” or “War on Drugs” some sex workers use the term “War on Sex Work” - a supposed threat to society and its values, a “good cause” that needs strict measures like more policing, harsh policies and the control of marginalised populations for the sake of “saving” them, leading to a police state and further oppression, which spreads out towards other parts of society. What criminalisation does is drive sex workers into the hands of pimps or push them to the margins of urban areas where they are more easily targeted. Such policies are not just targeting sex workers; ultimately they are being used against all kinds of marginalised people. Sex workers are the canary in the coal mine and this is one of the many reasons why we think it is important to listen to sex workers and support them in their struggles.







The people fighting against sex work don’t care about these violations at all. Actually we believe those harmful effects are
intentional. If their motivations are not coming from straight-up misogyny and hate for the working class, then they stem from the ideology of a white bourgeoise, exclusive, carceral feminism. They believe that women’s liberation can be achieved through the state, through repression and incarceration. Whatever happened to the analysis of the state and its institutions as patriarchal violence?



It comes
as no surprise that the same people vote against reproductive rights, benefits for poor people and increased wages or migrants’ rights while defending corporations andwars. When Sabine Constabel, president of the anti-sex work group “Sisters e.V.”, was asked at a panel talk if she acknowledges that the German prostitution law puts migrant sex workers especially at risk of precariousness and homelessness, she responded, “Good, they [the migrants] shouldn’t even come here in the first place.”







Despite their racist, misogynist, transphobic, whorephobic and classist statements, people and groups like Terre des Femmes are still being given a platform in the debate on sex work. With our action we want to help unmask them for who they are and motivate sex workers and their accomplices to go from defense into offense.
Let’s kick the enemies of our freedom off the stage, confront them wherever they show up and uncover their lies. Let’s build alliances betweenour struggles, between migrants and people of colour, with the LGBTQI communities, with other (care) workers, feminists, anarchists. antifascists and anticapitalists.







To fight for sex workers’ rights means to fight patriarchy and for gender and sexual liberation.



To fight exploitation means to fight capitalism and for the rights of the working class.



To fight human trafficking means to fight border regimes and for free migration.







We demand nothing
from those in power but we want you, dear reader, to join us in our struggle! We will continue to build our global sex worker community and networks of mutual support, will sharpen our analysis and practice, and continue to *fight the law, state and social stigma.







Sex work is work!



Stop the attacks on sex workers!



Whores unite and fight back!



Solidarity with the queer feminist house project Liebig 34 under threat of eviction!



Solidarity with Black people and People of Colour, fighting in the USA and everywhere!











*When used by us in this text the terms ‘men’, ‘women’ and ‘trans’ include all people who identify in these ways.












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