"3 Videos zu den Mobilisierungen in Erinnerung an George Floyd und in Solidarität mit den Kämpfen in den USA"


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von: "die plattform - anarchakommunistische Organisation", veröffentlicht am: 20-06-09

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In vielen Städten in Deutschland gab es am Wochenende Massenmobilisierungen in Erinnerung an George Floyd und in Solidarität mit den Kämpfen in den USA. In diesem Kontext haben wir 3 Videos produziert, die Eindrucksvoll diesen Kampftag illustrieren.




Am Samstag dem 6.6.20 fanden bundesweit in vielen Städten 'Silent Demos' gegen Rassismus und in Solidarität mit den Kämpfen in den USA nach dem Mord von George Floyd statt.

Es wurde sich dunkel angezogen, und vieler Orts zunächst geschwiegen. Oft wurden 8 Minuten und 46 Sekunden geschwiegen und gekniet - die Zeit in der ein Polizist sein Knie auf George Floyd's Nacken drückte, und ihn so tötete.

Menschen aus der Plattform waren in Dortmund, Mannheim, Berlin und Trier vor Ort um zu unterstützen.



1. Überblick Video

  1. Video aus Trier

  2. Video aus Dortmund



    Bericht Dortmund: Massenkundgebung gegen Rassismus und in Solidarität mit den Kämpfen in den USA – “Es hätte genauso gut hier passieren können!”







    Am Samstag, den 6. Juni gab es aus der Schwarzen Community heraus eine große Mobilisierung gegen Rassismus auf dem Dortmunder Hansaplatz. Bis zu 5000 Menschen fanden sich nach und nach auf dem Platz ein, was für Dortmunder Verhältnisse eine wirklich starke Mobilisierung darstellt. Die Masse der Teilnehmenden waren Unorganisierte allen Alters. Auf der Bühne sprachen vor allem von Rassismus Betroffene über ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus in Deutschland und wie sie die aktuelle Situation in den USA empfinden.

    Viele sehr bewegende Berichte waren dabei, wie z.B. ein Mensch aus Ägypten, der an den dortigen sozialen Kämpfen teilgenommen hatte und in diesen 20 seiner Freunde verlor, die teilweise in seinen Armen gestorben sind. Herausgehoben von fast allen Redner*innen wurden eine internationale Perspektive und dass Rassismus bei uns genauso ein reales, tiefgreifendes Problem ist wie in den USA.

    “Es hätte genauso gut hier passieren können!”, fasst diese kollektive Position gut zusammen. Aufgelockert wurde das Ganze von antreibender Musik wie “Get Up Stand Up” von Bob Marley. Vor allem bei der mehrere Minuten anhaltenden Gedenkaktion, bei der Tausende kniend ihre Fäuste in die Luft reckten, breitete sich eine kämpferische Stimmung auf dem Hansaplatz aus.

    Insgesamt ein herausragender Mobilisierungserfolg, der hoffentlich nur der erste Anstoß ist. Für mehr Selbstorganisation von Rassismus Betroffener, Gegenwehr und Verteidigung gegen den rassistischen Normalzustand und mehr vielseitige, ähnlich starke Mobilisierungen.

    Wir werden unser Möglichstes zur Unterstützung dieses Kampfes beitragen, denn jetzt gilt es, dran zu bleiben: Lassen wir dieses angestoßene Momentum nicht versiegen! Die Kämpfe ausweiten, sich organisieren und weitergehen als bisher!

    Es folgt unserer nicht gehaltener Redebeitrag:


    > Der Mord an George Floyd durch einen Polizisten ist eine Grausamkeit. Diese steht in einer langen und nicht enden wollenden Reihe von Übergriffen und Morden von Polizist*innen in den USA.
    >
    > Rassistische Polizeigewalt ist dabei nichts, was nur auf die USA beschränkt ist, auch wenn sie sich dort gerade besonders dramatisch äußert.
    > In Deutschland ist Rassismus ebenso eine alltägliche Realität, auch und gerade von Seiten der deutschen Polizei. Polizist*innen sind dazu angehalten, speziell Schwarze und People of Color zu kontrollieren. Das beobachten wir in Dortmund besonders stark in der Nordstadt. Als nicht wohnungsloser Mensch mit weißer Hautfarbe ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, grundlos kontrolliert zu werden, während es für alle anderen oft ein Spießroutenlauf vorbei an den zahlreichen Polizeikontrollen ist. Wir sagen klar, dass diese Praxis des racial profiling aufhören muss!
    >
    > Wichtig zu benennen ist vor allem, dass es auch in Deutschland eine Reihe von rassistischen Morden gab. Auf der einen Seite von Nazis, welche auch nach 1945 eine lange Blutspur durch dieses Land gezogen haben und auf der anderen Seite durch Polizist*innen: Achidi John starb 2001 in Hamburg nach einer erzwungenen Einnahme von Brechmitteln durch die Polizei, oder Hussam Hussein der 2016 vor einer Flüchtlingsunterkunft erschossen wurde. Der bekannteste Fall dieser Art ist wohl der Mord an Oury Jalloh; dessen verkohlte Leiche 2005 in einer Gewahrsamszelle einer Polizeiwache in Dessau gefunden wurde.
    >
    > Wir möchten verdeutlichen: Der Rassismus hat System! Rassismus ist tief in der Gesellschaft verankert und lässt sich nur durch einen Kampf von unten und eben grade gegen eine strukturell rassistisch geprägte Polizei überwinden!
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    > Als Anarchist*innen sagen wir klar, dass die Überwindung des Rassismus von uns, den Menschen von unten abhängt und wir dabei nicht auf den Staat vertrauen können. Wir müssen uns vereinen gegen den alltäglichen Rassismus und uns organisieren, um eine wirksame Gegenmacht aufzubauen. Orientieren wir uns dabei an den Kämpfen in den USA, diese können uns bereichern und Anreize für unseren Kampf hier geben.
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    > Rest in Power George Floyd, Oury Jalloh und alle anderen von der Polizei ermordeten!
    > ALLE UNTERSTÜTZUNG FÜR DEN WIDERSTAND DER SCHWARZEN COMMUNITIES!

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    > Bericht Trier:
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    > Am Samstag den 06.06 fand in Trier eine sehr kurzfristig mobilisierte Kundgebung im Zusammenhang mit dem bundesweiten Aktionstag anlässlich der Ermordung von George Floyd statt. Statt der, wegen der kurzfristigen Mobilisierung, angemeldeten 30 Leute fanden sich ab kurz nach 14:00 Uhr ca. 1300 Menschen an der Porta Nigra ein. Nachdem anfangs ein Silent Protest in Erinnerung an George Floyd stattfand, gab es im Anschluss ein Open-Mic (bzw. Megafon), an dem von Rassismus betroffene Menschen frei sprechen konnten. Dies entwickelte eine sehr schöne Dynamik. Fast zwei Stunden lang wurde hier von Alltagsrassismus, Polizeierfahrungen und vielem mehr sehr eindrücklich berichtet. Es flossen mehrfach Tränen, selbst Kinder und Jugendliche kamen zu Wort, und berichteten von hartem Mobbing und Ausgrenzung aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft. Besonders oft wurden persönliche Erfahrungen geteilt und darauf eingegangen, dass es nicht bei Verweisen auf den Rassismus in der USA verbleiben kann, um sich in Deutschland von diesem reinzuwaschen. Vielmehr muss auch hier Rassismus klarer benannt und quer durch die Gesellschaft aufgeklärt werden. Dabei solle auch jede*r vor der eigenen Haustür fegen und eigene Rassismen reflektieren und sich davon lösen. Insgesamt war die Mobilisierung und die Kundgebung selbst ein voller Erfolg. Es war toll zu sehen wie viele von Rassismus betroffene Menschen vor Ort waren und ihre Stimme erhoben. So etwas haben wir in den letzten Jahren in Trier noch nicht erlebt. Auch wie lange die meisten anwesend blieben: Erst gegen 16 Uhr leerte sich der Platz vor der Porta Nigra allmählich. Ein Kritikpunkt war der Infektionsschutz – da kaum mit so vielen Menschen gerechnet wurde, war die Orga sehr überfordert, und da der Platz zu klein für alle Menschen war, hat ein Aufstellen in Reihen mit Abständen nicht funktioniert. Zusätzlich war die Sound-Austattung nicht auf die Menge Menschen ausgelegt. Wir hoffen, dass dieses sehr starke Momentum dauerhaft genutzt wird, um Strukturen aufzubauen, die den rassistischen Normalzustand effektiv bekämpfen können. Wir werden die Kämpfe so gut wie möglichunterstützen. Danke an alle die da waren! #BlackLivesMatter#GeorgeFloyd#FightRacism
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