Tag ohne Bundeswehr: Kommunikationsguerilla reclaimt Propaganda-Tag des Militärs


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von: ausgedient@riseup.net, veröffentlicht am: 2020-06-15

Email: ausgedient@riseup.net

Themen: Antifa Antirassismus Gender Militarismus Repression

Wegen der Corona-Krise musste das Militär seinen jährlichen „Tag der Bundeswehr“ dieses Jahr auf zwei Stunden Propaganda-Show bei Youtube beschränken. Gleichzeitig eigneten sich
Adbusting-Gruppen in Städten unerlaubt Werbeflächen an. Diese füllten sie mit satirischen Adbusting-Postern voller Kritik am Militär. Bisher liegen Berichte zu Adbusting-Aktionen am Tag ohne Bundeswehr aus folgenden Städten vor:






Dresden: „Gehorchen. Foltern. Töten. Sterben“ vor der Offiziersschule
Aus Dresden berichtet das „Ministerium für Kontextveränderung, plakative Fußnoten und Werbekorrektur“ von künstlerisch aufwendig gestalteten Postern mit Kritik an der Bundeswehr in Werbevitrinen. „#Adbusting zum #TagderBundeswehr: Statt der üblichen Kriegspropaganda wird die Öffentlichkeit mit Kritik an der #Bundeswehr konfrontiert. Schön auch, dass die Poster in unmittelbarer Nähe zur Offiziersschule in #Dresden hängen.“ Auf den von der Gruppe dokumentierten Postern heißt es vor der Abbildung einer Soldat*in: „Gehorchen. Foltern. Töten. Sterben“, „Konflikte befeuern. Leben zerstören“ und „Machtverhältnisse gewaltsam aufrecht erhalten.“
Die Bilder aus Dresden: https://twitter.com/KopfMf/status/1271824597873242112



Freiburg: „FFP-2 statt G36“
Um in Freiburg im Breisgau den Tag ohne Bundeswehr gebührend zu begehen, hat die Gruppe „Baden ohne Bundeswehr (BoB)“ verhunzte Bundeswehrplakate in ganz Freiburg in offizielle Werbekästen gehängt. Die Sprecherin von BoB, Magda I. fasst das so zusammen: „Eine Welt ohne Militär ist eine bessere Welt und diese Erkenntnis hängt jetzt überall in der Stadt.“ Die Kommunikationsguerilla kaperter prominente Altstadtmotive wie Martinstor und Schloßberg. Thematisch passend wurden Poster aber auch vor markante Orte gehängt, beispielsweise "Mayo statt Major" vor eine beliebte Fressmeile, "Krankenhäuser statt Kasernen" und "FFP-2 statt G-36" vor das Uniklinikum oder "Militanz statt Militärs" vor die Innenstadtwache der Polizei.
Bilder von den Adbustings aus Freiburg gibt’s hier: https://de.indymedia.org/node/88344



Hildesheim: „Militanz statt Militär“
In Hildesheim bestückte der „Militante Aufräum Dienst (MAD)“ die Innenstadt mit selbstgemachten Postern, deren Design sich an die Gestaltung der Werbeplakate der Bundeswehr anlehnt. Die Botschaft der Gruppe: „Wir hängen Plakate auf, die Militarisierung, Männlichkeitskult und Autoritarismus kritisieren. Wir fordern, dass der „Tag ohne Bundeswehr" zur Regel wird. Wir wollen zeigen, dass alternative Nutzungen für militärische Immobilien existieren. Militärische Güter für nichtkommerzielle und zivile Zwecke zu nutzen, ist möglich. Wir begrüßen es sehr, dass Hildesheim keine Garnisonsstadt mehr ist und fordern vollständige Entmilitarisierung Deutschlands.“
Die Bilder aus Hildesheim: https://de.indymedia.org/node/88327



Berlin: „Und dann gibt’s die Bundeswehr nur noch im Museum“
In Berlin zog die Gruppe „ausgedient“ mit über 30 Postern eine Schneise der Kritik quer durch die Innenstadt. Vom Alex über unter den Linden, am Brandenburger Tor, dem Bundestag, dem Hauptbahnhof und an der Siegessäule vorbei bis zum Breitscheitplatz in der City-West kritisierten imitierte Bundeswehr-Poster das Militär. Ein Slogan lautet „Bei uns kannst Du auch ohne Corona sterben.“ Ein weiteres Poster sieht aus wie eine Stellenanzeige: "Vorbildung: Naziprepper. Sexist. Gewaltaffin. (Mehrfachnennungen erwünscht). "Weitere Poster verkünden „Und dann gibt’s die Bundeswehr nur noch im Museum“, „Kasernen zu Kinos, Kneipen, Krankenhäusern“ oder „Augenhöhe statt Ausbeutung. Kooperation statt Krieg.“ Was die Aktivist\innen von der Bundeswehr-Werbung halten, teilen sie auch mit: „Kriegspropaganda zu Klopapier.“
Die Bilder aus Berlin: https://de.indymedia.org/node/88463

Immer Tag ohne Bundeswehr?
„So könnte es jedes Jahr sein!“ freut sich Carsten Masch-Meyer, Sprecher*in der antimilitaristischen Kommunikationsguerilla „ausgedient.“ „Das Militär bespielt im Internet lediglich ihre eigene Filterbubble, und muss selbst dort Stellung zu den aktuellen Nazi-Skandalen im KSK und bei den Reservist\
innen nehmen. Derweil wird am Tag ohne Bundeswehr der Protest gegen die Bundeswehr in den Innenstädten sichtbar."

Druckvorlagen verwenden:
Die meisten der verwendeten Druckvorlagen gibt’s übrigens hier:
https://de.indymedia.org/node/87378

Bilder:

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