30 Jahre Liebig34 - Hausgeburtstag 04. und 05.Juli


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von: Liebig34, veröffentlicht am: 2020-06-28


Die Liebig 34 wird Anfang Juli ihren 30. Geburtstag feiern. Räumungstitel, Medienhetze und nervige Bullen vermiesen uns diese Tage nicht. Viva la Liebig!
Vor 30 Jahren, nach dem Fall der Mauer, strömten Menschen mit verschiedensten Hintergründen nach Ostberlin, um die Chance der ungeklärten Befehlsketten und des unsäglichen Leerstandes zu nutzen. Ganze Straßenzüge und Häuserblöcke wurden besetzt, umgestaltet und mit Ideen und Kreativität gefüllt. Die Straßen Friedrichshains waren voller Leben und ganz praktischer Solidarität. An einer Ecke gab es eine Diskussionsveranstaltung, in der nächsten Freiluftkino und da wurde Essen für die ganze Straße gekocht.
In diesen Stunden liegt auch die Entstehung unseres Kollektives, das im Juli 1990 die Räume der Liebigstraße 34 betreten hatte und somit den Anfang dieses Projektes machten. In den folgenden Jahren hat sich viel verändert: die Instandbesetzung wurde zu einem feministischen Hausprojekt ohne Cis-Männer. Es wurde durch harte Arbeit und jahrelangen Kampf versucht einen Schutzraum zu kreieren und eine Alternative zum cis-sexistischen Alltag zu bieten.
Nun, 30 Jahre später, soll das Projekt zu Ende gehen?
Auch damals wurde der Sommer der Anarchie durch brutale Räumungen durch die Bullen auf Geheiß von Großinvestor\*innen beendet, wie zum Beispiel in den tagelangen Straßenschlachten rund um die Verteidigung der Mainzer Straße im November 1990.
Wir mussten zusehen wie uns 2011 unser Geschwisterprojekt Liebig14 gegenüber genommen wurde. Nur wenige konnten sich, auf welche Weise auch immer, retten. Zu viele Projekte, die über Jahrzehnte den Kiez geprägt haben, und ihn zu dem gemacht haben, was er ist, wurden über die Jahre (brutal) geräumt. Diesen Sommer würden viele Häuser ihren runden Geburtstag feiern. 30 Jahre Selbstorganisierung, Nonkonformität und Rebellion. Wir würden uns freuen diesen großen Tag mit unseren Gefährtinnen gemeinsam zu feiern. Aber zu viele wurden aus dem Stadtbild entfernt und zu aufgehübschten Yuppieparadiesen verunstaltet.

Uns darf und wird es nicht so ergehen!

Wir werden uns weiterhin widersetzen und wir werden diese 30 Jahre Liebig 34 feiern. Keine Räumung und kein Macker kann uns stoppen.

Kommt am 04.07. und 05.07. auf den Dorfplatz und in die Liebig34 zu allerhand interessantem Programm. Nähere Infos folgen in Kürze.

Liebig 34 lebt und feiert!

30 years Liebig 34 – We never stop!

The Liebig 34 will celebrate its 30th birthday at the beginning of July. Eviction titles, media hype and annoying cops don’t spoil these days. Viva la Liebig!

Thirty years ago, after the fall of the Wall, people from a wide variety of backgrounds flocked to East Berlin to take advantage of the chance offered by the unresolved chains of command and the unspeakable vacancy. Entire streets and blocks of houses were occupied, redesigned and filled with ideas and creativity. The streets of Friedrichshain were full of life and very practical solidarity. At one corner there was a discussion meeting, in the next open-air cinema and there food was cooked for the whole street.
In these hours also lies the origin of our collective, which entered the rooms of Liebigstraße 34 in July 1990 and thus made the beginning of this project. In the following years a lot changed: the squat became a feminist house project without cis men. Through hard work and years of struggle it was tried to create a shelter and to offer an alternative to the cis-sexist everyday life.
Now, 30 years later, is the project to end?
Even then, the summer of anarchy was ended by brutal evictions by the cops at the behest of major investors*, such as in the day-long street battles around the defense of Mainzer Strasse in November 1990.
We had to watch how our sibling project Liebig14 was taken to us in 2011. Only a few of us were able to save ourselves, in whatever way. Too many projects that have shaped the neighbourhood over decades and made it what it is have been (brutally) cleared over the years. This summer, many houses would celebrate their round birthday. 30 years of self-organization, non-conformity and rebellion. We would be happy to celebrate this great day together with our companions. But too many have been removed from the cityscape and defaced into pretty yuppie paradises.
It must not and will not happen to us like this!
We will continue to resist and we will celebrate these 30 years Liebig 34. No eviction and no macho-assholes can stop us.

Come on 04.07. and 05.07. to the Dorfplatz and to Liebig34 for a very interesting program. More information will follow shortly.

Liebig 34 lives and celebrates!