"Solidaritätsbesuch bei den streikenden KollegInnen von Amazon Rheinberg"


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von: "Vorbereitungskreis für den Krisenprotest am 18. Juli 2020 in Duisburg", veröffentlicht am: 20-06-30

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Regionen: Duisburg

Themen: Soziale-Kämpfe Make-Amazon-Pay!

Der Versandkonzern Amazon wird in Rheinberg und einigen anderen Standorten in Deutschland bestreikt. Seid Dienstag Nacht befinden sich die KollegInnen in Rheinberg in einem Streik, der heute Endet. Aktive Gewerkschafter*innen und wir als „Vorbereitungskreis für den Krisenprotest am 18. Juli 2020“ aus Duisburg statteten ihnen einen Solidaritätsbesuch ab und durften eine Rede auf der Bühne halten.




Im Folgenden dokumentieren wir unseren Redebeitrag und rufen alle Beschäftigten, linke Aktive und AntikapitalistInnen auf, mit uns am 18. Juli 2020 um 14:00 unter dem Motto „Nicht auf unserem Rücken – Die Reichen sollen die Krise bezahlen!“ demonstrieren. Nähere Infos zur Demo, Aufruf usw wird der Vorbereitungskreis in den nächsten Tagen veröffentlichen.




> Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,
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> wir sind solidarisch mit eurem gerechtfertigten Kampf und wir fordern das, was ohnehin schon längst bei Amazon überfällig ist: endlich einen flächendeckenden Tarifvertrag und den Tarif Vertrag „Gute und Gesunde Arbeit“. Wir danken ver.di Bezirk linker Niederrhein für die Offenheit und, dass wir hier heute diese Rede halten dürfen.
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> Die Corona-Krise hat noch einmal aufgezeigt, wie wichtig gute und sichere Arbeitsbedingungen sind. Auf dem Flyer zum heutigen Tag, den wir im Internet gesehen haben, stand: „Profit vor Gesundheit – auf zum Streik“. Die Krise hat gezeigt, dass es ein grundsätzliches Problem in unserem Wirtschaftssystem gibt. Die Profite der großen Konzerne stehen über dem Allgemeinwohl. Sie stehen vor unserer Gesundheit.
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> Wir möchten betonen, dass ihr bei diesem Kampf nicht alleine seid. Es ist traurig, dass die CDU jetzt eine weitere Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes verlangt. Statt die Arbeitszeiten zu reduzieren und sinnvoll zu verteilen, um allen Sicherheit zu bieten, werden hunderttausende in die Arbeitslosigkeit gestürzt. Hauptsache die Aktionäre sind zufrieden.
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> Diese Profitgier und Existenzsicherung für alle funktioniert nicht.
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> Ein aktuelles Beispiel hierfür ist Lufthansa: Die Regierung steckt 9 Milliarden für die Rettung des Unternehmens, das 4 Milliarden Wert ist und verzichtet auf jede Mitsprache. Oder in der westfälischen Fleischindustrie bei Tönnies: da ist Sklavenarbeit erlaubt. Junge Menschen werden als moderne Arbeitssklaven gehalten, 1300 Euro monatlich für 170 bis 190 Stunden und tausende Corona-Infizierte.
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> Galaria Kaufhof hingegen hat mehr als jede dritte Filiale geschlossen, wodurch über 5.300 Beschäftigte ihren Job verlieren. Krankenhäuser, das ist das Krasse. Krankenhäuser funktionieren wie Fabriken, die Gewinn abwerfen müssen. So kann doch keine gute Pflege gewährleistet werden. Wir Beschäftigten waren schon vor der Krise oft heillos überlastet, schlechte Löhne und lange Arbeitszeiten. Für ein paar Euro mehr Gewinn, wird an notwendiger Schutzausrüstung für Beschäftigte gespart.
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> Auch Kapitalismus und Gesundheit für alle funktioniert auch nicht.
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> Das ist doch klar: es finden spürbare Angriffe auf unser aller Arbeits- und Lebensbedingungen statt. Es muss sich etwas in dieser Gesellschaft ändern, damit wir Beschäftigten nicht schon wieder die Last der Krise tragen müssen.
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> Doch dazu müssen wir uns zusammenschließen und klar machen, dass wir den Karren für unsere Bosse nicht mehr aus dem Dreck ziehen wollen! Wir alle: Angestellte, Pflegekräfte, ErzieherInnen und VerkäuferInnen, halten den Laden am laufen. Dieser Streik ist nicht nur ein wichtiges Zeichen und sondern auch eine Ansage. Also her mit den guten Tarifverträgen!
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> Liebe Kolleginnen und Kollegen, am 18. Juli um 14:00 Uhr organisieren wir eine Demonstration unter dem Motto „Nicht auf unserem Rücken – Die Reichen sollen die Krise bezahlen!“ In Duisburg. Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn ihr euch an diesem wichtigen Protest beteiligen würdet, bei dem viele Beschäftige aus den unterschiedlichsten Branchen für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen zusammenstehen werden.
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> In diesem Sinne möchte ich am Ende meiner Rede folgendes unterstreichen:
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> Die Reichen sollen die Krise bezahlen!
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> Vorbereitungskreis für den Krisenprotest am 18. Juli 2020
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