"Sowas kommt von Sowas – Hausbesetzung in Lüneburg"


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von: "wokulg", veröffentlicht am: 20-07-02

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Themen: Freiräume Hausbesetzung

In Lueneburg wurde heute Nacht ein ehemaliges Unigebäude besetzt um es als Wohn- und Kulturprojekt zu nutzen.
Erste brutale Räumungsversuche in der Nacht sind gescheitert, es befinden sich weiterhin Hausbesetzer*innen auf dem Dach des Hauses und hängend am Balkon.
Seit dem gestrigen Tag darf das Wohnprojekt Unfug in Kaltenmoor ihre Bauwagen nicht mehr zu Wohnzwecken verwenden, Familien werden obdachlos. Während andere Freiräume vernichtet werden, wollen die Hausbesetzer*innen hier neue schaffen.






Heute am 1.7. 2020 haben wir das leerstehende ehemaliges Unigebäude in der Willi-Brandt-Straße in Lüneburg besetzt. Es soll von nun an als Wohn- und Kulturprojekt genutzt werden.

In der Nacht kam es zu ersten brutalen Räumungsversuchen seitens der Polizei. Mehrere Polizisten drangen mit einem Polizeihund in das besetzte Gebäude ein. Ein Hausbesetztzer wurde niedergeschlagen, gefesselt und aus dem Haus geschleift. Die anderen Besetzer*innen kletterten auf das Dach des Hauses. Zwei Hausbesetzer*innen seilten sich mit einem Banner vom Balkon des Hauses ab.
Gleichzeitig wurde die angemeldete Mahnwache vor dem Haus von der Polizei erheblich gestört. Zwei der ca. 40 Versammlungsteilnehmer*innen wurden aus bislang unbekannten Gründen festgenommen. Dirk Neumann, der für die AFD im Lüneburger Stadtrat sitzt und gleichzeitig als Polizist arbeitet war an einer Festnahme beteiligt.

Mittlerweile hat sich die Situation entspannt, die Polizei scheint eingesehen zu haben, dass eine schnelle Räumung bei Nacht und Nebel unmöglich ist. Die Besetzerinnen harren weiter auf dem Dach und am Balkon hängend aus. Auch die Mahnwache vor dem Haus steht weiterhin und kann besucht werden.Mit der Aktion stellen wir dar, dass die Wohnpolitik der Stadt Lüneburg unter Oberbürgermeister Mädge nicht mehr toleriert wird. Die Stadt Lüneburg rühmt sich mit ihrem Wohnungsbauprogramm „Zwo21“ und will nach eigener Aussage damit genügend Wohnraum für alle Menschen in dieser Stadt schaffen. Es entstehen jedoch nur Eigentumswohnungen, luxuriöse Mietwohnungen und ein verschwindend geringer Anteil an Sozialwohnungen. Nach dem Willen der Stadtverwaltung und des Stadtrats soll die Stadt nur jenen Menschen zugänglich sein, die genügend Kapital besitzen. Wer das nicht hat, wird aus der Stadt verdrängt.

Seit dem heutigen Tag darf das Wohnprojekt Unfug in Kaltenmoor ihre Bauwagen nicht mehr zu Wohnzwecken verwenden. 6 Erwachsene und 2 Babies haben dadurch ihr zu Hause verloren. Diese Menschen haben nun keinen Ort mehr um ein gemeinschaftliches und solidarisches Leben zu erproben und dem Ausverkauf der Stadt etwas entgegen zu setzen.

„Wie herzlos muss der Oberbürgermeister sein, um während einer Pandemie Menschen obdachlos zu machen. In Lüneburg findet sich nicht innerhalb von 2 Wochen eine bezahlbare Wohnung für eine kleine Familie“, meint eine der Besetzer*innen.

Deshalb haben wir uns entschieden dieses Haus zu besetzten, um den durch die Stadt zerstörten Wohnraum wiederherzustellen. Dieses Projekt soll ein Leuchtfeuer für mehr davon sein. Schon letztes Wochenende wurde in Lüneburg durch die Errichtung eines Protestcamps deutlich gemacht, dass die Politik des Oberbürgermeisters nicht mehr toleriert wird.

„Der von uns geöffnete Raum soll gemeinschaftlich und solidarisch gestaltet werden. Alle Personen können sich miteinbringen und diesen Ort zu einem wundervollen Zeichen für eine rebellische und widerständige Stadt machen.“, sagt eine weitere Besetzer*in.

Die heutige Besetzung ist auch ein Zeichen an die Stadtpolitik. Ihr werdet uns nicht los! Wenn ihr unsere Freiräume angreift, schaffen wir Neue. Eure Repression lässt uns zusammenrücken und gemeinsam zurückschlagen. Wir werden nicht länger ruhig sein, sondern uns diese Stadt zurückholen.

Unfug Bleibt!
Gegen die Stadt der Reichen!
Die rebellische und solidarische Stadt organisieren!
Für Updates auf Twitter: @Unfug_lg






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